eine vielseitige Künstlerin der Klassischen Moderne.

Vereinigung der Bestände des Adalbert Stifter Vereins und der Künstlergilde

Beide Privatvereine bilden das Fundament des 1970 eröffneten Museums, das 1977 bereits Inventarnummern 9529/30 ausweist.

Ernst Schremmer, Geschäftsführender Vorsitzender der Künstlergilde e.V., Esslingen, wurde bei der Gründung der Ostdeutschen Galerie stv. Museumsdirektor. Schremmer wird mit der Wortneuschöpfung "Kriegsersatz-Angestellter" Pressereferent beim Reichsstatthalter in Reichenberg Konrad Henlein im Kulturportal West-Ost vorgestellt.

Gründer und Schriftführer des Adalbert Stifter Verein in München war 1947 Walter Becher. Dafür sitzen Vertreter beider Vereine bis heute im Stiftungsrat des KOG.

Der Adalbert Stifter Verein, München

"Es ist kein Zufall, dass das relativ weit östlich gelegene Regensburg zur Wirkungsstätte der Stiftung auserkoren wurde: Die heutige Weltkulturerbe-Stadt hatte die Schirmherrschaft für die Sudentendeutschen übernommen und bereits einige Ausstellungen sudetendeutscher Künstler organisiert. Da der Adalbert-Stifter-Verein und die Künstlergilde Esslingen über eine recht große Sammlung an Kunstwerken verfügte, war es zunächst Aufgabe der Stiftung, den Bestand der beiden zusammenzuführen." 

so Dike Attenbrunner: Auf der Suche nach Identität; Aufsatz zu Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg vom 25. August 2014.

Nur was der Stifterverein auf seine Wikipedia-Seite stellt ist keine Erklärung. Die bleibt der Verein nach wie vor schuldig.

“Die Gründung der "Ostdeutschen Galerie" fällt in die Zeit der Geschäftsführung von Johanna von Herzogenberg. Ihren eigenen Äußerungen ist zu entnehmen, dass durch Unterstützung des Bayerischen Sozialministeriums ermöglicht wurde, Werke von Künstlern in Bayern, die aus den verschiedenen Vertreibungsgebieten stammten, anzukaufen. Nachdem durch diese nach künstlerischen und sozialen Gesichtspunkten erfolgten Ankäufe eine Sammlung vorlag, wurde dem Direktor der Regensburger Museen, Walter Boll, vorgeschlagen, die ersten hundert Blatt der Sammlungen sudetendeutscher Graphik als Geschenk einzubringen und diese als Grundstock einer "Sudetendeutschen Galerie" in der Kunsthalle am Stadtpark unterzubringen."

Eine bessere Erklärung zur Provenienz der Sammlungen schien in Wikipedia (Stand Mai 2017) der Satz zu sein:  "Die Galerie, die heute Ausstellungsstücke auf 2.500 m² zeigt, geht auf eine Sammlung des Adalbert-Stifter-Vereins aus den 1950er Jahren zurück, die 600 böhmische Künstler umfasste." Doch wenig später wurde diese Erklärung gelöscht.

Die Künstlergilde Esslingen e.V.

Die Künstlergilde vermeidet auf ihrer Internetpäsenz und in Wikipedia auffällig jedweden Hinweis auf den Sitz im Stiftungsrat des KOG und/oder seinen Anteil an der Grundausstattung der Sammlungsbestände des KOG in 1970.

Lediglich auf seiner privaten Internetseite verweist der jetzige Vereinsvorsitzende Hansjürgen Gartner auf seine Stellung als Stiftungsrat und Beirat des Kunstforums Ostdeutsche Galerie, Regensburg. Anfragen nach Werksverzeichnissen zu den Sammlungsbeständen des Ernst Schremmer wurden seitens des jetzigen Vereinsvorsitzenden Hansjürgen Gartner ignoriert.

Beschlussvorlage vom Februar 2017

Am 2.2.2017 hat der Regensburger Kulturdezernent eine 6-seitige Beschlussvorlage zur  Provenienzforschung an den Museen der Stadt Regensburg eingebracht. Für die bürgerliche  Stiftung Kunstforum Ostdeutsche Galerie (formal kein Städtisches Museum) war das nicht relevant. Dafür ist der Stiftungsvorstandsvorsitzer und der Ende 2018 pensionierte Rechtsdezernent der Stadt und nicht der Kulturdezernent zuständig gewesen.

Für Provenienzforschung bestand beim KOG lt. Direktorin Agnes Tieze bis vor Kurzem  kein Anlass: "Bislang fand am Haus allerdings keine systematische Provenienzforschung statt. „Das war früher einfach nicht üblich, der Fokus lag stärker auf dem Ausstellungsbetrieb.“

Es bleibt der kunstwissenschaftlichen Forschung vorbehalten festzustellen, woher die Sammlung des Adalbert Stifter Verein und der Künstlergilde Esslingen e.V. , die genannten Anfangsbestände der Ostdeutschen Galerie 1966 stammen - und ob ein Zusammenhang mit den Forschungen von Jörg Osterloh Nationalsozialistische Judenverfolgung im Reichsgau Sudetenland 1938-1945 bestehen könnte.