eine vielseitige Künstlerin der Klassischen Moderne.

Der Adalbert Stifter Verein

Der Adalbert Stifter Verein, ein kleiner Verein hinter einem grossen Namen, gegründet 1947 von Walter Becher, (der allerdings auf der offiziellen Homepage nirgends erwähnt wird) mit angeblich einer großen Kunstsammlung.

"Innerhalb der Sudetendeutschen Hilfsstelle in München erwuchs 1946/47 im Um­feld des Publizisten Walter Becher die Idee einer zentralen Vereinigung vertriebener Wissenschaftler und Kulturschaffender. Neben Becher zählten zum Gründerkreis der Theologe Franz Haibach von der Kirchlichen Hilfsstelle, weitere Mitglieder der Sudetendeutschen Hilfsstelle sowie Wissenschaftler der ehemaligen Deutschen Karlsuniversität Prag: der Volkskundler Josef Hanika, der Rechtshistoriker Wilhelm Weizsäcker, der Prähistoriker Helmut Preidel und der in bayerischen Staatsdiensten wirkende Pädagoge Franz Longin. Existenznöte der Betroffenen in der unmittelbaren Nachkriegszeit ließen dieses Vorhaben jedoch zunächst noch eine Weile ruhen. Bereits der Hinweis auf diesen Gründerkreis widerlegt mit Entschiedenheit die These von Lilian Schacher, es habe sich bei diesen Vertretern der »geistige[n] Schicht der Deutschen aus Böhmen, Mähren und Schlesien «um» durchweg politisch unbelastete Männer gehandelt. Es handelte sich im Gegenteil um Vertreter jener sudetendeut­schen Elite, die seit den l920er Jahren die Tschechoslowakei abgelehnt, im Rahmen der Volkstumsbewegung bekämpft und während der Zeit der deutschen Annexion des Sudetenlandes dem NS-Regime zugearbeitet hatten."

"Auf der Gründungsversammlung des Adalbert-Stifter-Vereins am 5. Mai 1947 in München wurde eine Satzung formuliert und die Namensgebung des Vereins in Anlehnung an den deutschböhmischen Dichter Adalbert Stifter beschlossen." 

"Die Benennung des ASV nach Stifter war keine unschuldige Reminiszenz an den bedeutendsten deutschsprachigen Autoren Böhmens im 19. Jahrhundert, sondern stand in der Traditionslinie der >völkischen< Stifter-Rezeption."

Aus " Volkstumskampf ohne Ende" von Tobias Weger  ISBN 978-3-631-57104-0 Peter Lang GmbH Internationaler Verlag der Wissenschaften Ffm. 2008  S.229

a.a.O. Fussnote:  Antonin Snejdárek: Revansisté proti Ceskoslovensku, Praha 1963, S. 114, spricht in diesem Zusammenhang vom »Missbrauch des Namens des großen humanistischen Schriftstellers Adalbert Stifter«.

 

Die offizielle Version lautet knapp:

Ein Verein, gegründet von Wissenschaftlern, Künstlern und Schriftstellern aus Prag und den Sudetengebieten. Das historische Vereinsregister VR 4185 AG München ist bis 1958 allerdings ohne Eintrag.

Entgegen dem Bundesarchiv von 1966 behauptet der Verein anlässlich  des 90. Geburtstags der ehemaligen Geschäftsführerin Johanna von Herzogenberg, sie habe  die Ostdeutschen Galerie in Regensburg gegründet. Anna Knechtel stv. Geschäftsführerin des Adalbert Stifter Vereins im Jahre 2012: „Zu ihren besonderen Verdiensten gehört die Gründung der Ostdeutschen Galerie in Regensburg.“

Der Verein mit weniger als 200 Mitgliedern finanziert sich ausschliesslich von Anfang an seit nunmehr 65 Jahren aus dem § 96 Bundesvertriebenen- und Flüchtlingsgesetz (BVFG), jetzt der  Bundesbeauftragten für Kunst und Medien (BKM). Er wird seit 1986 von Peter Becher, Sohn Walter Becher‘s, geführt. Peter Becher ist heute Mitglied im wissenschaftlichen Beraterkreis der Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung. Zu Beginn des Jahres 2019 ist er aus Altersgründen von der Geschäftsführung in den Vorstand gewechselt.

Wie man die ersten Jahrzehnte des Vereins anlässlich der 70-Jahrfeier einfach ausblendet, das zeigt illustrativ das Interview und Tondokument, das der fünf Jahre nach der Gründung des Vereins geborene Geschäftsführer des "Adalbert Stifter Verein" Peter Becher dem Radio Prag am 4. Mai 2017 gegeben hat. Auch hier kein Hinweis auf die Gründung eines Museums Kunstforum Ostdeutsche Galerie aus eigenen Kunstbeständen.