Die Tageszeitung “Die Union“ Dresden, Herbst 1954:
“Seit 1938 ist Irma Lang-Scheer ständig mit Fresko-Malerei und seit 1952 mit Glasfenster-Entwürfen beschäftigt. Interessant ist es, daß die Künstlerin ohne Karton direkt an die Wand arbeitet. Unter ihren zahlreichen Schöpfungen entstand in der Zeit von 1947 bis 1950 eine aufsehenerregende Apsisausmalung mit der Darstellung des “Jüngsten Gerichts“ in der Christuskirche in Rostock. Mit monumental-flammender Gewalt erscheint Christus als Weltenrichter über den Wolken, und auch die beiden Posaunenengel auf den Seiten lassen an Erhabenheit nichts fehlen. Starke Anklänge an die Malerei El Grecos werden spürbar, und dennoch kann bei der Künstlerin von persönlicher Gestaltung und eigenstarker Auffassung gesprochen werden. Dieses Werk rüttelt auf aus behaglicher Geborgenheit.....
Das Meer schäumt über die Ufer, die Verdammten erheben sich mit gequälten, gramverzerrten, zum Teil verstockten Gesichtern; die Seligen wenden sich allmählich und hoffnungsvoll Christus zu. Jeder einzelnen Gestalt kommt symbolhafte Geltung zu. Da die durch Bombenangriff 1944 zerstörte Christuskirche wieder durch einen Jesuitenpriester aufgebaut wurde, malte die Künstlerin auch hier das Porträt des Gründers dieses Ordens: Ignatius von Loyola. Im Hauptschiff der Rostocker Christuskirche entstand, ebenfalls von der Künstlerin gestaltet, ein Kreuzweg in Form eines Frieses mit den 14 Leidensstationen Christi.“
Weitere Fresken:
1946 bis 1950 ein Kreuzweg an den Seitenwänden im Hauptschiff der Christuskirche Rostock (ebenfalls zerstört);
1951 zwei figürliche Seitenaltar-Kompositionen in der Apsis der kath Kirche in Boizenburg/Mecklenburg;
1951 die Apsismalerei in der kath. Kirche von Neuhaus / Elbe “Mariä Aufnahme in den Himmel“;
1952 Ausschmückung der Apsis und zweier Seitenaltäre St.Christophorus und St. Michael in der kath,Kirche in Damgarten/Mecklenburg;
1954 “Immaculata“ in der Apsis der kath. Kirche in Levitzow/Mecklenburg;
1963/64 zwei Putzmosaikfiguren, 3,25m hoch, “Maria mit dem Christuskind“ und “St. Josef als Zimmermann“ in den Seitenaltarnischen in Brehme-Eichsfeld;
1966 Kreuzweg in Öltempera auf starken Holzspanplatten in Geismar/Rhön;
1967/68 Ein weiterer 40qm großer, symbolisch aufgefasster Kreuzweg entstand in fresco- secco Technik in der Kirche Brehme-Eichsfeld/ Thüringen;
1968 In gleicher Technik in der Unterkirche in Brehme-Eichsfeld/ Thüringen die Gemälde: “Auferstehung Christi“, “Engel mit dem Goldenen Buch“ (Johannis-Offenbarung), Oberhalb des Altarschreines “Hl. Geist“ und über der Tür zur Sakristei “Verklärte Dornenkrone“;